Fotografien von Hannelore Kuhlmann
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Das Sumpfgebiet der Camargue war in antiker und mittelalterlicher Zeit kaum besiedelt, ein le-bensfeindlicher Raum. Ledig- lich Hirten weideten dort Schafe und Ziegen. Sie lebten in den sog. Ca-banes, kleine riedgedeckte Schuppen, die man vereinzelt heute noch sieht.
Die Camargue ist eine fast 1000 km² große, äußerst flache Landschaft in der Basse-Provence, im Rhône-Delta im Süden Frankreichs. Sie gehört fast vollständig zum Gemeindegebiet der Stadt Arles.
Die Landschaft teilt sich auf in die Grande Camargue, die zwischen den beiden Mündungsarmen der sich nördlich von Arles teilenden Rhone liegt. Die Petite Camargue ist ein flaches Gebiet, das bis Aigues-Mortes reicht. Der Hauptarm der Rhône, die Grand Rhône, mündet bei Port- Saint-Louis-du-Rhône ins Mittelmeer, der Nebenarm, die Petit Rhône, etwa 38 km westlich davon bei Saintes-Maries-de-la-Mer.
Zu dem Fluss hin ist heute die Landschaft völlig eingedeicht, die früher üblichen und zur Bildung der heutigen Landschaft beitragenden Überschwemmungen gibt es nicht mehr. Dies hat sein Vorteile und auch Nachteile. Problematisch ist die Versalzung der Böden. Die Natur passt sich allerdings an, die Flora in der südlichen Camargue, wo keine land- wirtschaftliche Nutzung mehr erfolgt, ist nun von Pflanzen bestimmt, die mit Brackwasser zurecht kommen, wie Schilf, Tamarisken und dem Queller (salicorne).
Die Camargue ist eine Landschaft mit einem eigenen Charakter. Auf den ersten Blick zeigt sie sich spiegelglatt wo, außer Häusern oder Bäumen, jede noch so klei-ne Erhebung fehlt. Riesige Sumpfgebiete liegen in der Landschaft. Die Pflanzen-welt ist karg, denn es überleben nur salz- und wassertolerante Pflanzen. Landwirt- schaftlich genutzte Flächen, wie z.B. für den Reisanbau um Arles, gehen in die vogelreichen Feuchtgebiete um den Étang de Vaccarès, einem Brackwassersee mit der Beobachtungsstation „La Capelière“, weiter in die Salzlagunen, sowie in die Sandstrände über.
Trotz der lebensfeindlichen Umgebung hat sich hier eine einzigartige Artenvielfalt an Tieren an-gesiedelt. Natürlich müssen hier die Wildpferde genannt werden. In den weiten Sumpfgebieten dieser Gegend entwickelten sie sich über Jahrhunderte hinweg. Eine kleine, robuste, ausdauernde und mutige Pferderasse. Camargue-Pferde sind ausschließlich Schimmel. Ihre Hufe sind überdurchschnittlich groß und verhindern so ein Einsinken im Sumpf, sind aber trotzdem sehr hart.
Sie haben bisher keineswegs ohne jeglichen menschlichen Einfluss gelebt. Immer wieder wurde auch durch Fremdpferde versucht, das Zuchtergebnis zu beeinflussen. Ob es heute wirklich noch Wildpferde gibt, kann man nicht sagen, man wird diese wohl nicht zu Gesicht bekommen, da weite Teile der Camargue nicht erreichbar und sumpfig sind oder als Naturschutzgebiet gesperrt sind. Die do-mestizierten Artgenossen der einstigen Ureinwohner der Camargue sehen wir oft. Es sind immer noch wild wirkende Tiere, die man sich vielerorts mieten kann, um auf ihrem Rücken die Landschaft der Camargue zu erkunden.
Eine weitere Besonderheit sind die Flamingos, die in großen Scharen durch die Feuchtgebiete stelzen und mit ihrem gebogenen Schnabel das Wasser nach den kleinen Salinenkrebschen durchsuchen. Bei genauem Hinsehen tummeln sie sich überall. Die rosafarbenen Wasservögel kann man an einer der zahlreichen Etangs in freier Wildbahn beobachten, wie beispielsweise an dem Ètang de Vaccarès, im Herzen der Camargue, der seit 1970 Naturreservat ist. Hier hat man aufgehört, dem Meer Land ab- zutrotzen.
Wir finden auch breite Strände, die in der Hauptsaison von unzähligen Wohnmobilisten bevölkert werden, in der Vorsaison teilweise aber menschenleer sind.
Sehenswert in der Camargue sind auch die Orte Aigues Mortes, das für seine Wallfahrten bekannte Stes-Maries-de-la-Mer. Die Kleinstadt Sain- tes-Maries-de-la-Mer ist ein bedeutender Wallfahrtsort und ein touristisches Zentrum der Region. Die Kirche "Notre-Dame-de-la-Mer" aus dem neunten Jahrhundert beherbergt heilige Reliquien der Marie Saloné und der Marie Jacobé. Seit 1448 wird hier zweimal im Jahr eine Wallfahrt zur Kirche unternommen. Auch der Schutzpatronin der Gitans, der Schwarzen Sara, ist eine Pilgerreise der spanisch stämmigen Roma gewidmet. Saintes-Maries-de-la-Mer gehört zu den Top-Adressen für einen Aufenthalt im Camargue Naturschutzgebiet.
Weine aus der Camargue: Vins des Sables - Sandwein
Früher haben die Einwohner von der Fischerei gelebt, heute ist es der Tourismus und die Salzgewinnung. Vor allem in Salin-de-Giraud werden regelmäßig Führungen durch die Salinen angeboten. Hier gewinnt man das berühmte Fleur de Sel, das in den besten Küchen der Welt verwendet wird.
Voraussetzng sind ideale Sonnen- und Windverhältnisse, dann bilden sich an der Wasseroberfläche hauchdünne Salzkristalle aus, die von Hand mit traditionellen Gerätschaften „geerntet“ werden. Das weiße Gold kommt un-behandelt und ohne Zusatzstoffe in den Handel.
Dieses Salz wird hauptsächlich zum Verfeinern direkt bei Tisch ver- wendet. Auf dem Deckel jeder Dose ist erkennbar, welcher Salzgärnter-Meister (Maitre Saunier) für die Produktion des Fleur de Sel - welches von Hand geerntet wird - verantwortlich ist.
Eigentlich ist der Vin des Sables ein regelrechtes biologisches Phänomen: ein Wein, der im Sand wächst - das heißt es reichen ihm die kargen Nährstoffe, die ein Sandboden enthält. Es ist ein kalkhaltiger Quarzsand, der teilweise aus Meeressand, teilweise aus Sand, der von den starken Nordwinden vom Inland an die Küste getragen wird, besteht. Er enthält weder Lehmerde - die normalerweise dazu dient, das im Süden so kostbare Regenwasser zu speichern - noch Schlamm. An manchen Stellen ist der Grundwasserspiegel recht hoch. Es ist so salzig, dass die Weinstöcke es notgedrungen vermeiden, ihre Wurzeln zu sehr in die Tiefe wachsen zu lassen. Doch in der Camargue fand man bald eine weitaus einfachere Lösung, die Reben mit Wasser zu versorgen, und es funktioniert. Zudem stellte man fest, dass die Hochwasser in denen die Rebflächen mehr oder weniger regelmäßig überflutet werden, sämtliche Schädlinge vernichteten. Um die Reblaus zu besiegen ließ man der Natur freien Lauf.
Mehr als 90 Prozent der Ernte wird zu Rosé Gris oder Gris de Gris verarbeitet. Unter Gris (grau) versteht man in der Camargue einen Rosé-Wein, der sehr blass wirkt. Die wichtigsten Rebsorten, aus denen die Rosés oder Gris produziert werden, sind Cabernet frank und Sauvignon, Carignan noir und gris, Cinsault, Grenache noir und gris, Merlot und Syrah.
Karin Peters
Bad Zwischenahn
Wo der See ein Meer ist und der Himmel voller Schinken hängt
Ob „Teufelswerk“ oder nicht – Bad Zwischenahn am Zwischenahner Meer, gehört seit Jahren zu den beliebtesten Kurorten in ganz Niedersachsen!
Schon die Anreise macht Vergnügen. Wir sind im Ammerland, einer Region hoch im Nordwesten zwischen Oldenburg und Nordseeküste. Durch Wald und Moor, vorbei an saftig grünen Weiden, auf denen schwarz-bunte Milchmädels grasen, geht es durch uraltes Bauernland. Parklandschaft nennt sich dieses Mosaik der kulturierten Flächen. Und das im doppelten Sinne, denn im Frühjahr verwandelt es sich in einen riesigen, farbensprühenden Garten. Meterhohe Rhododendren und Azaleen öffnen millionenfach ihre Blüten. Über dreihundert Baumschulen gibt es im Ammerland – eines der größten zusammenhängenden Baumschulgebiete der Welt!
Und mittendrin das Zwischenahner Meer! Es heißt, der Teufel höchstpersönlich hätte hier seine Hand im Spiel gehabt. So erbost war er über den Bau der ersten Kirche in Oldenburg, dass er bei Zwischenahn ein großes Stück Wald aus dem Boden riss, um es auf das verhasste Gotteshaus zu schleudern. Im Laufe der Zeit füllte sich das Erdloch mit Wasser und der See entstand. Wissenschaftler sind anderer Meinung: Der mit 550 Hektar drittgrößte Binnensee Niedersachsens, sagen sie, habe sich in grauer Vorzeit durch einen eingestürzten Salzstock gebildet.
Egal, wer recht hat. Fest steht, er übt eine magische Anziehungskraft auf Urlauber, Tages- und Kurgäste aus. Mehr als 170.000 Touristen übernachten in dem 28.000-Seelen-Ort, um dieses verteufelt schöne Fleckchen Erde mit dem großen „blauen Auge“ zu genießen.
In bundesweiten Qualitätsvergleichen zählt Bad Zwischenahn auf der Beliebtheitsskala regelmäßig zu den Top 3 in Deutschand! So zieht es denn auch die meisten Besucher direkten Weges zum Kurpark am Meer. Meer? – Nun gut, die Nordsee ist ja auch kein See, könnte man ganz flapsig antworten. Tatsächlich gibt es nicht wirklich eine Erklärung. Jedenfalls sind da Möwen, Schiffe, Strandvergnügen – was, bitte, will man „mehr“! Schon Mitte des 19. Jahrhunderts lustwandelten Sommerfrischler auf der langen Seepromenade und versprachen sich durch Moorbehandlungen „Heilung von allerlei Gebrechen“. Das weiße alte Kurhaus, in dem sich sogar mal der Heimatdichter Hermann Löns von einem Nervenzu-sammenbruch erholt haben soll, präsentiert sich noch immer wie eine feine Dame auf ihrem Logenplatz im Park. Heute finden hier kulturelle Veranstaltungen statt. Der Kurbetrieb des staatlich anerkannten Moorheilbades spielt sich weiter östlich am See, im modernen Reha- und Wellness-Zentrum, ab.
Der Tag gehört den Gästen in Bad Zwischenahn. Man beginnt ihn am besten schon frühzeitig, wenn die schmucken Passagierschiffe der „Weißen Flotte“ noch ganz entspannt am Schiffsanleger dümpeln. Nichts schöner, als bei Kaffee und Brötchen die Morgenstimmung an Bord zu erleben und und dabei rüber bis ans andere Ufer nach Dreibergen, Rostrup und wieder zurück zu schippern. Ein bis zwei Stunden dauert die kleine Kreuzfahrt. Herrschaftliche Villen und reethgedeckte Bauernhäuser – natürlich alle mit eigenem Bootssteg – spiegeln sich in Ufernähe. Im Schilf brüten Stockenten, Haubentaucher, Rohrammer und Teichrohrsänger. Wer Glück hat, sieht vielleicht sogar den smaragdfar- benen Eisvogel aufblitzen, der Jagd auf kleine Fische macht.
Gut gelaunt plaudert der Kapitän vom geheimnisvollen Riesenwels. Einst, so berichtet die Sage, gab es eine Insel mitten im See mit einem prächtigen Schloss. Hier residierte Junker Alwin. Er hatte sich unsterblich in das Frollein von Oldenburg verliebt. Doch, oh weh, die Schöne war bereits dem Zaren versprochen. Aus lauter Gram verwandelte sich Alwin in einen Riesenwels und haust bis heute auf dem schlammigen Grund. Viele wollen die norddeutsche „Nessi-Variante“ angeblich schon gesichtet haben. Selbst die New York Times berichtete von jenem Riesenfisch, der sich sogar über einen Rauhaardackel hergemacht haben soll.
Da bleibt man vielleicht doch lieber an Land und wählt den dreizehn Kilometer langen Rundweg ums Meer ...
Ein schmaler Holzsteg führt zum Zwischenahner Freilichtmuseum. Es ist eines der ältesten in Deutsch-land. Eine stolze Kappenwindmühle gehört auch dazu. Im dreihundert Jahre alten Ammerländer Bauernhaus herrscht dicke Luft. Kein Wunder, denn im so genannten „Himmel“ über der offenen Feuer-stelle räuchern dicht an dicht die prallen Schweineschinken! Ammerländer Schinken ist übrigens min-destens so berühmt wie der Zwischenahner Räucheraal, hier „Smoortaal“ genannt. Beides wird gleich nebenan im einstigen Getreidespeicher „Spieker“ serviert. Vorweg gibt’s Ammerländer Schluck. Und zwar stilecht aus dem Zinnlöffel geschlürft. „Ick seh di!“ eröffnet der Wirt den traditionellen Trink-spruch. „Dat freit mi“, kontern eingeweihte Gäste. Dann geht sie los, die speckig glänzende Schlem-merei.
Gegen Völlegefühl hilft ein Shopping-Bummel durch die Peterstraße. Oder wie wär's mit Schüßler Salzen? Hier, in der Peterstraße Nr. 6, wurde der bekannte homöopathische Arzt Heinrich Schüßler (1821-1898) geboren. Auf seine zwölf Mineralsalze, mit denen er Leiden jeder Art therapierte, schwören noch heute viele Menschen. Seine backenbärtige Büste blickt freundlich auf Boutiquen, Teestuben und Cafés, nette Bars und Feinschmeckerlokale. Von hier sind es nur ein paar Schritte bis zur mittelalterlichen St.-Johannes-Kirche. Selbst die Toten auf dem Friedhof haben Seeblick in Bad Zwischenahn. Und von fern winkt Alwin mit der Flosse...
Die Region im Nordosten Frankreichs ist an Vielseitigkeit kaum zu überbieten. Sie lädt ein zur Ge-nussreise, Wanderurlaub oder zur Städtetour zu den Kulturhighlights Mulhouse, Straßburg und Colmar. Eine herrliche Hügellandschaft mit urgemütlichen kleinen Dörfern, umringt von Weinbergen, zeichnen die Landschaft aus.
Herrliche Aussichtspunkte – Imposante Burgen und Schlösser bieten einen spektakulären Blick über die Oberrheinebene. So erhebt sich er Odilienberg gekrönt von einer Klosteranlage, in der Nähe der Ortschaften Obernai und Barr am Ostrand der Vogesen auf eine Höhe von 763 m.
Der Platz davor gilt als einer der schönsten Plätze Europas. Steigt man auf das 66 m hohe Münster hat man von der Aussichtsplattform zu einen herrlichen Ausblick über das gesamte Stadtbild. Aber auch das Münster selbst verdient eine nähere Betrachtung. Unterwegs mit den Baumeistern der Straßburger Dom- bauhütte, die das Juwel der Gotik täglich polieren erlebt man erhaltene Gotik.
In den größeren Städten wie Straßburg, Mulhouse und Colmar kommen Kulturreisende auf ihre Kosten. In erster Linie gilt das für die von einer 2000-jährigen, wechselhaften Geschichte geprägte Europametropole Straßburg mit ihren verräumten Fachwerkvierteln, interessanten Museen, den Shopping-Gelegenheiten vom Feinsten und einer fabelhaften Restaurant- und Kneipenszene.
Mittelalterliche Fachwerkdörfer mit kopfsteingepflas-terten Gassen verstecken sich zwischen den Weinber-gen der Hügellandschaft und wollen entdeckt werden und dazwischen immer wieder großartige romanische und gotische Kirchen, verwunschene Burgen.
Das Elsass ist zweifellos ein ganz besonderes Stück Frankreich mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Die Palette reicht von den dschungelartigen Rheinaue-wäldern über die sonnenverwöhnte Weinstraße bis zu den Vogesen mit ihren dichten Mischwäldern und saftigen Hochweiden: ein Paradies für Wanderer und Radfahrer.
Am kulinarischen Himmel über der Region am Fuß der Vogesen funkeln mehr Gourmetsterne als über den meisten anderen Regionen Frankreichs. Dabei können Leckermäuler sich nicht nur auf die Küchenkunst zahlreicher preisgekrönter Starköche verlassen.
In schummrigen Weinstuben, malerischen Hinterhöfen und rustikalen Fermes Auberges kommen auch deftige Gaumenfreuden auf den Tisch, ideal begleitet von den frischen und fruchtigen Tropfen aus den elsässischen Weinbergen.
Betschdorf
Die Herstellung von Töpferware aus salzglasiertem Steingut ist inzwischen Tradition in der Region. Im 18. Jahrhundert ließen sich in hier einige Töpfer aus dem Westerwald nieder und brachten ihre Keramiktradition mit Form und Technik mit. Die Bemalung in Kobaltblau und er hohe Brand mit Salzglasur, im Ofen reduziert gebrannt zu grauer Ware. Die Krüge und Töpfe werden zur Bevorratung genutzt, so gärt in dem Graublauen Steinzeugtopf hier das Sauerkraut, das Schukrut.
In einem schönen Fachwerkhaus ist ein kleines Töpfereimuseum untergebracht. Hier finden wir Beispiele dieser Handwerkskunst anhand vieler Beispiele aus Gegenden des Elsass und des Rheinlandes. Keramik vom Mittelalter bis zum 17. Jahrhundert, prächtige, dekorierte Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Aber auch zeitgenössische Töpfereikunst zeigt die Vielseitigkeit des Materials, sowohl für Ge-brauchskeramik, als auch zur Umsetzng künstlerischer Arbeiten und dies schon über mehrere Jahr-hunderte.
Soufflenheim
Unweit von Betschdorf finden wir einen weiteren Töpferort, in dem allerdings völlig andere Keramik in zwölf Ateliers entsteht. In der hier produzierten ofenfesten Töpferware kann man Speisen garen, die Hafnerware ist nicht so hoch gebrannt wie des Steinzeug aus dem Nachbardorf und übersteht so Dehnungen bei Hitze im Backofen.
Geformt wird das Geschirr auf der Töpferscheibe, dann trocknet sie einige Tage lang. Die Bemalung erfolgt dann in mehreren Stufen. Zunächst wird der Topf engobiert – das heißt, in die Engobe getaucht – das ist ebenfalls Ton, nur mit Wasser verdünnt und von anderer Farbe, als der Topf selbst. Dann wird er wieder getrocknet. Danach werden allerlei Muster, Vögel, Blumen darauf gemalt. Und wieder ge-trocknet. Danach erfolgt der Brand bei etwa 1000 Grad.
In dieser traditionellen Keramik kann man nicht nur garen, man kann sie direkt zum Servieren benutzen und ist so gesamt eine Zierde der Tafel.
In der Poterie Michel Streisel wird immer wieder nach alter Tradition Keramik gebrannt. Die Töpferei ist auf die Herstellung von feuerfesten Koch- und Back- geschirren spezialisiert.
Die Keramik ziert traditionelles Dekor, das teilweise seine Wurzeln im 19. Jahr- hundert hat.
Eine Zeitreise beginnt bei dem Besuch des alten Holzofens, in dem wie einst Töpferwaren gebrannt werden. Einige Tage steigt die Flamme aus dem Schorn- stein bis innen1.100 Grad erreicht sind und danach muß alles auch einige Zeit abkühlen. Die Keramik aus diesem Ofen zeigt eine eigene Flammenstruktur und Färbung. Jedes Gefäß hat nun für sich einen ganz eigenen Charakter.
In den Ausläufern der Cévennen, am Fuß der Pyrenäen liegt eine reizvolle Gegend, die einlädt zum Wandern oder auch auf dem Rücken eines Esels die Landschaft zu erkunden. Im Winter findet man in den östlichen Pyrenäen und im Département Aude 200 Kilometer Ski-Pisten. Aktiv-Urlauber begeben sich mit dem Kajak in die Schluchten des Tarn oder folgen per Rad dem Canal du Midi.
Mit dem Blau des Mittelmeeres am Horizont verkörpert die Region Langue-doc-Roussillon den Charme des Südens, voller Lebens-freude und Gastlichkeit. Mit dem TGV in drei Stunden von Paris zu erreichen, über den Flughafen in Montpellier, per Flugzeug erreichbar und Dank des Viaduktes von Millau auch mit dem Auto leicht zugänglich, steht einem Besuch der Region Langue-doc-Roussillon mit ihren unzähligen verschiedenartigen Landschaften, Traditionen und Sehenswürdigkeiten nichts im Wege.
zwischen dem Atlantik
und dem Mittelmeer
Schon seit der Antike gab es zahlreiche Projekte eine Verbindung mit einen Kanal zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik zu entwerfen. Louis XIV (Ludwig XIV.) sieht, nach einem Vorschlag von Pierre-Paul Riquet, dem damaligen Einnehmer der Salzsteuer in Languedoc, mit diesem gigantischem Bauwerk seine Herrscherzeit in die Geschichte eingehen zu lassen.
Der Bau des Kanals erhielt im Oktober 1666 seine königliche Genehmigung. Für die Bauarbeiten mussten nun bis zu 12.000 Arbeiter beschäftigt werden, zudem musste der gesamte Verlauf der Arbeiten spezifisch organisiert werden.
Nach16 Jahren konnte der Kanal am 15. Mai1682 für die Navigation und ein Jahr später für den Warenhandel freigegeben werden.
Die Erbauer standen zuvor vor vielen schwierigen technischen Herausforderungen. Das Wasser musste bis an den höchsten Punkt geleitet werden, bis an die Schwelle von Naurouze (189 m), dem höchsten Punkt des Parcours. Um die Wassermengen und Volumina hierbei optimal berücksichtigen zu können baute Riquet zunächst ein Modell mit Schleusen, Tunneln und Ablässen, bevor er mit dem endgültigen Bauplan des Kanals begann. Nach der Fertigstellung umfasste der Kanal 328 Bauwerke, wie Schleusen, Aquä-dukte, Tunnel, Brücken usw..
Um Überschwemmungsgefahren entgegenzuwirken, ließ der Architekt Vauban ab dem Jahre 1686 den „Tunnel des Cammazes“ bohren, um die Rinne der „Montagne noire“ zu verlängern. Ebenso ließ er den Damm „Barrage de Saint-Férréol“ ausbauen, der bei Hochwasser viel zu klein gewesen wäre. Weiter ent- standen dabei viele Bauwerke, wie z. B. für die Steuerung des Wasserpegels, außerdem ließ er 49 Aquädukte und Kanalbrücken errichten.
Das Schiffahrtsnetz wurde später mit weiteren Bauwerken vervollständigt: Seitenkanal „Canal latéral de la Ga-ronne“, über den Bordeaux ohne das starke Hochwasser durchqueren zu müssen der Garonne erreicht werden konnte.
Weiter „Canal de la Robine de Narbonne“, der eine Verbindung zwischen dem Fluss Aude und dem Mittelmeer herstellte und „Canal de la Jonction“, der den Fluss Aude mit dem „Canal du Midi“ verband, „Canal de Brienne“, der den Fluss Garonne mit dem „Canal du Midi“ verband.
Um Erdrutsche an den Kanalufern zu vermeiden und um sie gleichzeitig zu festigen säumten ursprünglich 42.000 Platanen die Ufer des „Canal du Midi“. Die Anordnung dieser in Abständen von 7 bis 8 Metern gepflanzten Bäume sieht wie ein Säulengang aus und führt so zu einem „wunderschönen Landschaftsmonument“. Die Bäume fil-tern das Sonnenlicht und schützen die Schiffe im Sommer vor der heißen Sonne.
Der „Canal du Midi“ wurde 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Ein technisches Meisterwerk, aber auch ein wahres Kunstwerk, da es den Architekten gelang, den Kanal perfekt in die durchquerten, abwechslungs-reichen Landschaftsbilder zu integrieren.
Inzwischen ist der Kanal auch eine beliebte Touristenattraktion des Wassertourismus geworden. Dieser wurde in den 1960er Jahren ins Leben gerufen und erlebte seine Glanzzeit in den 1980er Jahren. Zu den vom Kanal durchquerten Städten zählen Toulouse, Castelnaudary, Carcassonne, Trèbes, Béziers, Nar- bonne, Sète, Agde…


















